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8.13 Bootloader-Konfiguration

Das Betriebssystem unterstützt mehrere Bootloader. Der gewünschte Bootloader wird mit der bootloader-configuration-Deklaration konfiguriert. Alle Felder dieser Struktur sind für alle Bootloader gleich außer dem einen Feld bootloader, das angibt, welcher Bootloader konfiguriert und installiert werden soll.

Manche der Bootloader setzen nicht alle Felder einer bootloader-configuration um. Zum Beispiel ignoriert der extlinux-Bootloader das theme-Feld, weil er keine eigenen Themen unterstützt.

Datentyp: bootloader-configuration

Der Typ der Deklaration einer Bootloader-Konfiguration.

bootloader

Der zu benutzende Bootloader als ein bootloader-Objekt. Zur Zeit werden grub-bootloader, grub-efi-bootloader, extlinux-bootloader und u-boot-bootloader unterstützt.

grub-efi-bootloader macht es möglich, auf modernen Systemen mit Unified Extensible Firmware Interface (UEFI) zu booten. Sie sollten das hier benutzen, wenn im Installationsabbild ein Verzeichnis /sys/firmware/efi vorhanden ist, wenn Sie davon auf Ihrem System booten.

Mit grub-bootloader können Sie vor allem auf Intel-basierten Maschinen im alten „Legacy“-BIOS-Modus booten.

Verfügbare Bootloader werden in den Modulen (gnu bootloader …) beschrieben. Insbesondere enthält (gnu bootloader u-boot) Definitionen für eine Vielzahl von ARM- und AArch64-Systemen, die den U-Boot-Bootloader benutzen.

target

Eine Zeichenkette, die angibt, auf welches Ziel der Bootloader installiert werden soll.

Was das bedeutet, hängt vom jeweiligen Bootloader ab. Für grub-bootloader sollte hier zum Beispiel ein Gerätename angegeben werden, der vom installer-Befehl des Bootloaders verstanden wird, etwa /dev/sda oder (hd0) (siehe Invoking grub-install in GNU GRUB Manual). Für grub-efi-bootloader sollte der Einhängepunkt des EFI-Dateisystems angegeben werden, in der Regel /boot/efi.

menu-entries (Vorgabe: ())

Eine möglicherweise leere Liste von menu-entry-Objekten (siehe unten), die für Menüeinträge stehen, die im Bootloader-Menü auftauchen sollen, zusätzlich zum aktuellen Systemeintrag und dem auf vorherige Systemgenerationen verweisenden Eintrag.

default-entry (Vorgabe: 0)

Die Position des standardmäßig ausgewählten Bootmenü-Eintrags. An Position 0 steht der Eintrag der aktuellen Systemgeneration.

timeout (Vorgabe: 5)

Wieviele Sekunden lang im Menü auf eine Tastatureingabe gewartet wird, bevor gebootet wird. 0 steht für sofortiges Booten, für -1 wird ohne Zeitbeschränkung gewartet.

keyboard-layout (Vorgabe: #f)

Wenn dies auf #f gesetzt ist, verwendet das Menü des Bootloaders (falls vorhanden) die Vorgabe-Tastaturbelegung, normalerweise US English („qwerty“).

Andernfalls muss es ein keyboard-layout-Objekt sein (siehe Tastaturbelegung).

Anmerkung: Dieses Feld wird derzeit von Bootloadern außer grub und grub-efi ignoriert.

theme (Vorgabe: #f)

Ein Objekt für das im Bootloader anzuzeigende Thema. Wird kein Thema angegeben, benutzen manche Bootloader vielleicht ein voreingestelltes Thema; GRUB zumindest macht es so.

terminal-outputs (Vorgabe: '(gfxterm))

Die Ausgabeterminals, die für das Boot-Menü des Bootloaders benutzt werden, als eine Liste von Symbolen. GRUB akzeptiert hier diese Werte: console, serial, serial_{0–3}, gfxterm, vga_text, mda_text, morse und pkmodem. Dieses Feld entspricht der GRUB-Variablen GRUB_TERMINAL_OUTPUT (siehe Simple configuration in Handbuch von GNU GRUB).

terminal-inputs (Vorgabe: '())

Die Eingabeterminals, die für das Boot-Menü des Bootloaders benutzt werden, als eine Liste von Symbolen. GRUB verwendet hier das zur Laufzeit bestimmte Standardterminal. GRUB akzeptiert sonst diese Werte: console, serial, serial_{0-3}, at_keyboard und usb_keyboard. Dieses Feld entspricht der GRUB-Variablen GRUB_TERMINAL_INPUT (siehe Simple configuration in Handbuch von GNU GRUB).

serial-unit (Vorgabe: #f)

Die serielle Einheit, die der Bootloader benutzt, als eine ganze Zahl zwischen 0 und 3, einschließlich. Für GRUB wird sie automatisch zur Laufzeit ausgewählt; derzeit wählt GRUB die 0 aus, die COM1 entspricht (siehe Serial terminal in Handbuch von GNU GRUB).

serial-speed (Vorgabe: #f)

Die Geschwindigkeit der seriellen Schnittstelle als eine ganze Zahl. GRUB bestimmt den Wert standardmäßig zur Laufzeit; derzeit wählt GRUB 9600 bps (siehe Serial terminal in Handbuch von GNU GRUB).

Sollten Sie zusätzliche Bootmenü-Einträge über das oben beschriebene menu-entries-Feld hinzufügen möchten, müssen Sie diese mit der menu-entry-Form erzeugen. Stellen Sie sich zum Beispiel vor, Sie wollten noch eine andere Distribution booten können (schwer vorstellbar!), dann könnten Sie einen Menüeintrag wie den Folgenden definieren:

(menu-entry
  (label "Die _andere_ Distribution")
  (linux "/boot/old/vmlinux-2.6.32")
  (linux-arguments '("root=/dev/sda2"))
  (initrd "/boot/old/initrd"))

Details finden Sie unten.

Datentyp: menu-entry

Der Typ eines Eintrags im Bootloadermenü.

label

Die Beschriftung, die im Menü gezeigt werden soll — z.B. "GNU".

linux

Das Linux-Kernel-Abbild, was gebootet werden soll, zum Beispiel:

(file-append linux-libre "/bzImage")

Für GRUB kann hier auch ein Gerät ausdrücklich zum Dateipfad angegeben werden, unter Verwendung von GRUBs Konventionen zur Gerätebenennung (siehe Naming convention in Handbuch von GNU GRUB), zum Beispiel:

"(hd0,msdos1)/boot/vmlinuz"

Wenn das Gerät auf diese Weise ausdrücklich angegeben wird, wird das device-Feld gänzlich ignoriert.

linux-arguments (Vorgabe: ())

Die Liste zusätzlicher Linux-Kernel-Befehlszeilenargumente — z.B. ("console=ttyS0").

initrd

Ein G-Ausdruck oder eine Zeichenkette, die den Dateinamen der initialen RAM-Disk angibt, die benutzt werden soll (siehe G-Ausdrücke).

device (Vorgabe: #f)

Das Gerät, auf dem Kernel und initrd zu finden sind — d.h. bei GRUB die Wurzel (root) dieses Menüeintrags (siehe root in Handbuch von GNU GRUB).

Dies kann eine Dateisystembezeichnung (als Zeichenkette), eine Dateisystem-UUID (als Bytevektor, siehe Dateisysteme) oder #f sein, im letzten Fall wird der Bootloader auf dem Gerät suchen, das die vom linux-Feld benannte Datei enthält (siehe search in Handbuch von GNU GRUB). Ein vom Betriebssystem vergebener Gerätename wie /dev/sda1 ist aber nicht erlaubt.

Zur Zeit lässt nur GRUB sein Aussehen durch Themen anpassen. GRUB-Themen werden mit der grub-theme-Form erzeugt, die hier noch nicht vollständig dokumentiert ist.

Datentyp: grub-theme

Der Datentyp, der die Konfiguration des GRUB-Themas repräsentiert.

gfxmode (Vorgabe: '("auto"))

Welcher gfxmode für GRUB eingestellt werden soll (als eine Liste von Zeichenketten mit Bildschirmauflösungen, siehe gfxmode in Handbuch von GNU GRUB).

Scheme-Variable: %default-theme

Das vorgegebene GRUB-Thema, das vom Betriebssystem benutzt wird, wenn kein theme-Feld im bootloader-configuration-Verbundsobjekt angegeben wurde.

Es wird von einem feschen Hintergrundbild begleitet, das die Logos von GNU und Guix zeigt.

Um zum Beispiel eine andere Auflösung als vorgegeben zu verwenden, würden Sie so etwas schreiben:

(bootloader
 (grub-configuration
 ;; …
 (theme (grub-theme
         (inherit %default-theme)
         (gfxmode '("1024x786x32" "auto"))))))

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