Nächste: , Vorige: , Nach oben: Top   [Inhalt][Index]


19 Auf eine neue Plattform portieren

Wie oben beschrieben ist die GNU-Distribution eigenständig und diese Eigenständigkeit wird erreicht, indem sie aus vorerstellten „Bootstrap-Binärdateien“ heraus erstellt werden kann (siehe Bootstrapping). Diese Binärdateien unterscheiden sich je nach verwendetem Betriebssystem-Kernel, nach der Prozessorarchitektur und der Anwendungsbinärschnittstelle („Application Binary Interface“, kurz ABI). Um die Distribution also auf eine noch nicht unterstützte Plattform zu portieren, muss man diese Bootstrap-Binärdateien für diese Plattform erstellen und das Modul (gnu packages bootstrap) aktualisieren, damit es sie benutzt.

Zum Glück kann Guix diese Bootstrap-Binärdateien cross-kompilieren. Wenn alles gut geht, und vorausgesetzt, die GNU-Werkzeuge (zusammen werden sie als GNU-„Toolchain“ bezeichnet) unterstützen diese Zielplattform auch, dann kann es völlig ausreichen, dass Sie einen Befehl wie hier ausführen:

guix build --target=armv5tel-linux-gnueabi bootstrap-tarballs

For this to work, it is first required to register a new platform as defined in the (guix platform) module. A platform is making the connection between a GNU triplet (siehe GNU configuration triplets in Autoconf), the equivalent system in Nix notation, the name of the glibc-dynamic-linker, and the corresponding Linux architecture name if applicable.

Once the bootstrap tarball are built, the (gnu packages bootstrap) module needs to be updated to refer to these binaries on the target platform. That is, the hashes and URLs of the bootstrap tarballs for the new platform must be added alongside those of the currently supported platforms. The bootstrap Guile tarball is treated specially: it is expected to be available locally, and gnu/local.mk has rules to download it for the supported architectures; a rule for the new platform must be added as well.

In der Praxis kann es einige Schwierigkeiten geben. Erstens kann es sein, dass das erweiterte GNU-Tripel, das eine Anwendungsbinärschnittstelle (ABI) festlegt (wie es das eabi-Suffix oben tut) nicht von allen GNU-Werkzeugen erkannt wird. Typischerweise erkennt glibc manche davon, während für GCC eine zusätzliche Befehlszeilenoption --with-abi an configure übergeben werden muss (siehe gcc.scm für Beispiele, wie man das macht). Zweitens könnte es sein, dass manche der notwendige Pakete für diese Plattform nicht erfolgreich erstellt werden können. Zuletzt könnten die generierten Binärdateien aus dem einen oder anderen Grund fehlerhaft sein.


Nächste: , Vorige: , Nach oben: Top   [Inhalt][Index]