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8.8.5 X Window

Unterstützung für das grafische Anzeigesystem X Window — insbesondere Xorg — wird vom Modul (gnu services xorg) zur Verfügung gestellt. Beachten Sie, dass es keine xorg-service-Prozedur gibt, sondern der X-Server durch eine Software zur Anmeldeverwaltung gestartet wird (ein „Login Manager“). Vorgegeben ist, dass zur Anzeigenverwaltung der GNOME Display Manager (GDM) benutzt wird.

GDM ermöglicht es seinen Nutzern natürlich auch, sich bei anderen Fensterverwaltungssystemen und Arbeitsumgebungen als GNOME anzumelden. Wer GNOME benutzt, kann Funktionalitäten wie eine automatische Bildschirmsperre nur verwenden, wenn die Anmeldung über GDM läuft.

Um X11 zu benutzen, müssen Sie ein Programme zur Fensterverwaltung („Window-Manager“) oder mehrere davon installieren — zum Beispiel die Pakete windowmaker oder openbox —, vorzugsweise indem Sie sie in das packages-Feld Ihrer Betriebssystemdefinition eintragen (siehe system-wide packages).

Scheme-Variable: gdm-service-type

Dies ist der Diensttyp für den GNOME Desktop Manager, GDM, ein Programm zur Verwaltung grafischer Anzeigeserver, das grafische Benutzeranmeldungen durchführt. Sein Wert muss eine gdm-configuration sein (siehe unten).

GDM liest die in den .desktop-Dateien in /run/current-system/profile/share/xsessions befindlichen Sitzungstypen ein und stellt diese seinen Nutzern zur Auswahl auf dem Anmeldebildschirm. Pakete wie gnome, xfce und i3 stellen .desktop-Dateien bereit; wenn diese Pakete zu den systemweit verfügbaren Paketen hinzugefügt werden, werden diese automatisch auf dem Anmeldebildschirm angezeigt.

Des Weiteren werden ~/.xsession-Dateien berücksichtigt. Wenn es vorhanden ist, muss ~/.xsession eine ausführbare Datei sein, die ein Programm zur Fensterverwaltung und/oder andere X-Clients startet.

Datentyp: gdm-configuration
auto-login? (Vorgabe: #f)
default-user (Vorgabe: #f)

Wenn auto-login? falsch ist, zeigt GDM einen Anmeldebildschirm an.

Wenn auto-login? wahr ist, meldet GDM automatisch den in default-user angegebenen voreingestellten Benutzer an.

debug? (Vorgabe: #f)

Wenn es wahr ist, schreibt GDM Informationen zur Fehlersuche in sein Protokoll.

gnome-shell-assets (Vorgabe: …)

Liste der GNOME-Shell-„Assets“, die GDM benötigt, d.h. Symbolthema, Schriftarten etc.

xorg-configuration (Vorgabe: (xorg-configuration))

Xorg-Server für grafische Oberflächen konfigurieren.

xsession (Vorgabe: (xinitrc))

Das Skript, das vor dem Starten einer X-Sitzung ausgeführt werden soll.

dbus-daemon (Vorgabe: dbus-daemon-wrapper)

Der Dateiname der ausführbaren Datei des dbus-daemon-Programms.

gdm (Vorgabe: gdm)

Das GDM-Paket, was benutzt werden soll.

Scheme-Variable: slim-service-type

Dies ist der Diensttyp für die schlanke grafische Anmeldungsverwaltung SLiM für X11.

Wie GDM liest SLiM die in .desktop-Dateien beschriebenen Sitzungstypen aus und ermöglicht es Nutzern, eine Sitzung darunter im Anmeldebildschirm durch Drücken von F1 auszuwählen. Auch ~/.xsession-Dateien können benutzt werden.

Anders als GDM wird durch SLiM die Benutzersitzung nicht auf einem anderen virtuellen Terminal gestartet, nachdem man sich anmeldet. Die Folge davon ist, dass man nur eine einzige grafische Sitzung starten kann. Wenn Sie mehrere, gleichzeitig laufende grafische Sitzungen starten können möchten, müssen Sie mehrere SLiM-Dienste zu ihren Systemdiensten hinzufügen. Das folgende Beispiel zeigt, wie Sie den vorgegebenen GDM-Dienst durch zwei SLiM-Dienste auf tty7 und tty8 ersetzen.

(use-modules (gnu services)
             (gnu services desktop)
             (gnu services xorg)
             (srfi srfi-1))  ;für 'remove'

(operating-system
  ;; ...
  (services (cons* (service slim-service-type (slim-configuration
                                               (display ":0")
                                               (vt "vt7")))
                   (service slim-service-type (slim-configuration
                                               (display ":1")
                                               (vt "vt8")))
                   (remove (lambda (service)
                             (eq? (service-kind service) gdm-service-type))
                           %desktop-services))))
Datentyp: slim-configuration

Datentyp, der die Konfiguration des slim-service-type repräsentiert.

allow-empty-passwords? (Vorgabe: #t)

Ob Anmeldungen mit leeren Passwörtern möglich sein sollen.

auto-login? (Vorgabe: #f)
default-user (Vorgabe: "")

Wenn auto-login? falsch ist, zeigt SLiM einen Anmeldebildschirm an.

Wenn auto-login? wahr ist, meldet SLiM automatisch den in default-user angegebenen voreingestellten Benutzer an.

theme (Vorgabe: %default-slim-theme)
theme-name (Vorgabe: %default-slim-theme-name)

Das grafische Thema, was benutzt werden soll, mit seinem Namen.

auto-login-session (Vorgabe: #f)

Wenn es wahr ist, muss es den Namen der ausführbaren Datei angeben, die als voreingestellte Sitzung gestartet werden soll — z.B. (file-append windowmaker "/bin/windowmaker").

Wenn es falsch ist, wird eine von einer der .desktop-Dateien in /run/current-system/profile und ~/.guix-profile beschriebenen Sitzungen benutzt.

Anmerkung: Sie müssen mindestens ein Fensterverwaltungsprogramm in das Systemprofil oder Ihr Benutzerprofil installieren, ansonsten können Sie sich, sofern auto-login-session falsch ist, nicht anmelden.

xorg-configuration (Vorgabe: (xorg-configuration))

Xorg-Server für grafische Oberflächen konfigurieren.

display (Vorgabe: ":0")

Die Anzeige, auf welcher der Xorg-Server für grafische Oberflächen gestartet werden soll.

vt (Vorgabe: "vt7")

Das virtuelle Terminal, auf dem der Xorg-Server für grafische Oberflächen gestartet werden soll.

xauth (Vorgabe: xauth)

Das XAuth-Paket, das benutzt werden soll.

shepherd (Vorgabe: shepherd)

Das Shepherd-Paket, das benutzt wird, wenn halt und reboot aufgerufen werden.

sessreg (Vorgabe: sessreg)

Das sessreg-Paket, das zum Registrieren der Sitzung benutzt werden soll.

slim (Vorgabe: slim)

Das zu benutzende SLiM-Paket.

Scheme-Variable: %default-theme
Scheme-Variable: %default-theme-name

Das vorgegebene Thema für das Aussehen von SLiM mit seinem Namen.

Datentyp: sddm-configuration

Dieser Datentyp repräsentiert die Konfiguration des SDDM-Dienstes.

display-server (Vorgabe: "x11")

Einen Anzeigeserver auswählen, der für den Anmeldebildschirm verwendet werden soll. Zulässige Werte sind "x11" oder "wayland".

numlock (Vorgabe: "on")

Gültige Werte sind "on", "off" oder "none".

halt-command (Vorgabe: #~(string-apppend #$shepherd "/sbin/halt"))

Der Befehl, der zum Anhalten des Systems ausgeführt wird.

reboot-command (Vorgabe: #~(string-append #$shepherd "/sbin/reboot"))

Der Befehl, der zum Neustarten des Systems ausgeführt wird.

theme (Vorgabe: "maldives")

Welches Thema für das Aussehen benutzt werden soll. Mit SDDM mitgelieferte Themen sind "elarun", "maldives" und "maya".

themes-directory (Vorgabe: "/run/current-system/profile/share/sddm/themes")

Verzeichnis, wo Themen gefunden werden können.

faces-directory (Vorgabe: "/run/current-system/profile/share/sddm/faces")

Verzeichnis, wo Avatarbilder gefunden werden können.<

default-path (Vorgabe: "/run/current-system/profile/bin")

Welcher PATH voreingestellt sein soll.

minimum-uid (Vorgabe: 1000)

Der kleinste Benutzeridentifikator (UID), mit dem Benutzer in SDDM angezeigt werden und sich anmelden können.

maximum-uid (Vorgabe: 2000)

Der größte Benutzeridentifikator (UID), mit dem Benutzer in SDDM angezeigt werden.<

remember-last-user? (Vorgabe: #t)

Den zuletzt ausgewählten Benutzer voreinstellen.

remember-last-session? (Vorgabe: #t)

Die zuletzt ausgewählte Sitzung voreinstellen.

hide-users (Vorgabe: "")

Benutzernamen, die in SDDM nicht sichtbar sein sollen.

hide-shells (Vorgabe: #~(string-append #$shadow "/sbin/nologin"))

Benutzerkonten, für die als Shell eine davon eingestellt ist, wird SDDM nicht anzeigen.

session-command (Vorgabe: #~(string-append #$sddm "/share/sddm/scripts/wayland-session"))

Das Skript, das vor dem Starten einer Wayland-Sitzung ausgeführt werden soll.

sessions-directory (Vorgabe: "/run/current-system/profile/share/wayland-sessions")

Verzeichnis, das nach .desktop-Dateien zum Starten von Wayland-Sitzungen durchsucht wird.

xorg-configuration (Vorgabe: (xorg-configuration))

Xorg-Server für grafische Oberflächen konfigurieren.

xauth-path (Vorgabe: #~(string-append #$xauth "/bin/xauth"))

Pfad von xauth.

xephyr-path (Vorgabe: #~(string-append #$xorg-server "/bin/Xephyr"))

Pfad von Xephyr.

xdisplay-start (Vorgabe: #~(string-append #$sddm "/share/sddm/scripts/Xsetup"))

Skript, das nach dem Starten vom Xorg-Server ausgeführt wird.

xdisplay-stop (Vorgabe: #~(string-append #$sddm "/share/sddm/scripts/Xstop"))

Skript, das vor dem Stoppen vom Xorg-Server ausgeführt wird.

xsession-command (Vorgabe: xinitrc)

Das Skript, das vor dem Starten einer X-Sitzung ausgeführt werden soll.

xsessions-directory (Vorgabe: "/run/current-system/profile/share/xsessions")

Verzeichnis, das nach .desktop-Dateien zum Starten von X-Sitzungen durchsucht wird.<

minimum-vt (Vorgabe: 7)

Das kleinste virtuelle Terminal, das benutzt werden darf.

auto-login-user (Vorgabe: "")

Benutzer, der bei automatischer Anmeldung angemeldet wird.

auto-login-session (Vorgabe: "")

Desktop-Datei für die automatische Anmeldung.

relogin? (Vorgabe: #f)

Ob nach dem Abmelden neu angemeldet werden soll.

Scheme-Variable: sddm-service-type

Dies ist der Typ des Dienstes, mit dem der SDDM-Anzeigeserver gestartet wird. Sein Wert muss ein sddm-configuration-Verbundsobjekt sein (siehe unten).

Hier ist ein Beispiel für seine Verwendung:

(service sddm-service-type
         (sddm-configuration
           (auto-login-user "alice")
           (auto-login-session "xfce.desktop")))
Datentyp: sddm-configuration

Dieser Datentyp repräsentiert die Konfiguration der SDDM-Anmeldeverwaltung. Die verfügbaren Felder sind:

sddm (Vorgabe: sddm)

Das SDDM-Paket, was benutzt werden soll.

display-server (Vorgabe: "x11")

Hier muss entweder "x11" oder "wayland" angegeben werden.

auto-login-user (Vorgabe: "")

Wenn es nicht leer ist, enthält dieses Feld das Benutzerkonto, mit dem man automatisch angemeldet wird.

auto-login-session (Vorgabe: "")

Wenn es nicht leer ist, gibt dieses Feld den Namen der .desktop-Datei an, die bei automatischer Anmeldung für die Sitzung verwendet wird.

Datentyp: xorg-configuration

Dieser Datentyp repräsentiert die Konfiguration des grafischen Anzeigeservers Xorg. Beachten Sie, dass es keinen Xorg-Dienst gibt, sondern der X-Server von einer „Anzeigenverwaltung“ wie GDM, SDDM oder SLiM gestartet wird. Deswegen wird aus der Konfiguration dieser Anzeigenverwaltungen ein xorg-configuration-Verbundsobjekt konstruiert.

modules (Vorgabe: %default-xorg-modules)

Dies ist eine Liste von Modulpaketen, die vom Xorg-Server geladen werden — z.B. xf86-video-vesa, xf86-input-keyboard und so weiter.

fonts (Vorgabe: %default-xorg-fonts)

Dies ist eine Liste von Verzeichnissen mit Schriftarten, die zum Schriftartensuchpfad („Font Path“) des Servers hinzugefügt werden.

drivers (Vorgabe: '())

Dies muss entweder die leere Liste sein — in diesem Fall wird durch Xorg automatisch ein Grafiktreiber ausgewählt — oder eine Liste von Treibernamen, die in dieser Reihenfolge durchprobiert werden — z.B. ("modesetting" "vesa").

resolutions (Vorgabe: '())

Wenn resolutions die leere Liste ist, wird automatisch durch Xorg eine passende Bildschirmauflösung gewählt. Andernfalls muss hier eine Liste von Bildschirmauflösungen angegeben werden — z.B. ((1024 768) (640 480)).

keyboard-layout (Vorgabe: #f)

Wenn es auf #f gesetzt ist, benutzt Xorg die voreingestellte Tastaturbelegung, also normalerweise US English („QWERTY“) für eine PC-Tastatur mit 105 Tasten.

Andernfalls muss hier ein keyboard-layout-Objekt stehen, das angibt, welche Tastaturbelegung aktiv sein soll, während Xorg läuft. Siehe Tastaturbelegung für mehr Informationen, wie die Tastaturbelegung angegeben werden kann.

extra-config (Vorgabe: '())

Dies ist eine Liste von Zeichenketten oder Objekten, die an die Konfigurationsdatei angehängt werden. Mit ihnen wird zusätzlicher Text wortwörtlich zur Konfigurationsdatei hinzugefügt.

server (Vorgabe: xorg-server)

Dieses Paket stellt den Xorg-Server zur Verfügung.

server-arguments (Vorgabe: %default-xorg-server-arguments)

Dies ist die Liste der Befehlszeilenargumente, die an den X-Server übergeben werden. Die Vorgabe ist -nolisten tcp.

Scheme-Prozedur: set-xorg-configuration Konfiguration [login-manager-service-type] Benennt, welche Konfiguration die

Anmeldeverwaltung (vom Typ login-manager-service-type) benutzen soll, als ein <xorg-configuration>-Verbundsobjekt.

Da die Xorg-Konfiguration in die Konfiguration der Anmeldeverwaltung eingebettet ist — z.B. in einer gdm-configuration —, bietet diese Prozedur eine Kurzschreibweise zum Ändern der Xorg-Konfiguration.

Scheme-Prozedur: xorg-start-command [Konfiguration]

Hier wird ein startx-Skript geliefert, in welchem die Module, Schriftarten usw. verfügbar sind, die in der Konfiguration angegeben wurden. Das Ergebnis soll anstelle von startx benutzt werden.

Normalerweise wird der X-Server von der Anmeldeverwaltung gestartet.

Scheme Procedure: screen-locker-service Paket [Programm]

Das Paket zur Menge der setuid-Programme hinzufügen, worin sich ein Programm zum Sperren des Bildschirms oder ein Bildschirmschoner befinden muss, der mit dem Befehl Programm gestartet wird, und einen PAM-Eintrag dafür hinzufügen. Zum Beispiel macht

(screen-locker-service xlockmore "xlock")

das gute alte XlockMore benutzbar.


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