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8.8.24 Virtualisierungsdienste

Das Modul (gnu services virtualization) bietet Dienste für die Daemons von libvirt und virtlog, sowie andere virtualisierungsbezogene Dienste.

Libvirt-Daemon

libvirtd ist die serverseitige Daemon-Komponente des libvirt-Systems zur Virtualisierungsverwaltung. Dieser Daemon läuft auf als Wirt dienenden Servern und führt anfallende Verwaltungsaufgaben für virtualisierte Gäste durch.

Scheme-Variable: libvirt-service-type

Dies ist der Diensttyp des libvirt-Daemons. Sein Wert muss ein libvirt-configuration-Verbundsobjekt sein.

(service libvirt-service-type
         (libvirt-configuration
          (unix-sock-group "libvirt")
          (tls-port "16555")))

Verfügbare libvirt-configuration-Felder sind:

libvirt-configuration-Parameter: „package“ libvirt

Libvirt-Paket.

libvirt-configuration-Parameter: Boolescher-Ausdruck listen-tls?

Option zum Lauschen auf sichere TLS-Verbindungen über den öffentlichen TCP/IP-Port. listen muss gesetzt sein, damit dies eine Wirkung hat.

Bevor Sie diese Funktionalität nutzen können, muss eine Zertifikatsautorität eingerichtet worden sein und Server-Zertifikate ausgestellt worden sein.

Die Vorgabe ist ‘#t’.

libvirt-configuration-Parameter: Boolescher-Ausdruck listen-tcp?

Auf unverschlüsselte TCP-Verbindungen auf dem öffentlichen TCP/IP-Port lauschen. listen muss gesetzt sein, damit dies eine Wirkung hat.

Nach Voreinstellung kann auf dem TCP-Socket nur gelauscht werden, wenn SASL-Authentifizierung möglich ist. Nur solche SASL-Mechanismen, die Datenverschlüsselung unterstützen, sind zugelassen. Das sind DIGEST_MD5 und GSSAPI (Kerberos5)

Vorgegeben ist ‘#f’.

libvirt-configuration-Parameter: Zeichenkette tls-port

Der Port, um sichere TLS-Verbindungen zu akzeptieren. Dies kann eine Portnummer oder ein Dienstname sein.

Die Vorgabe ist ‘"16514"’.

libvirt-configuration-Parameter: Zeichenkette tcp-port

Der Port, um unsichere TCP-Verbindungen zu akzeptieren. Dies kann eine Portnummer oder ein Dienstname sein.

Die Vorgabe ist ‘"16509"’.

libvirt-configuration-Parameter: Zeichenkette listen-addr

IP-Adresse oder Rechnername („Hostname“), der für von Clients ausgehende Verbindungen benutzt wird.

Die Vorgabe ist ‘"0.0.0.0"’.

libvirt-configuration-Parameter: Boolescher-Ausdruck mdns-adv?

Einstellung, ob der libvirt-Dienst mDNS-Mitteilungen sendet.

Dies kann alternativ für alle Dienste auf einem Rechner deaktiviert werden, indem man den Avahi-Daemon anhält.

Vorgegeben ist ‘#f’.

libvirt-configuration-Parameter: Zeichenkette mdns-name

Der voreingestellte Name in mDNS-Mitteilungen. Er muss auf dem direkten Broadcast-Netzwerk eindeutig sein.

Die Vorgabe ist ‘"Virtualization Host <Rechnername>"’.

libvirt-configuration-Parameter: Zeichenkette unix-sock-group

Besitzergruppe des UNIX-Sockets. Diese Einstellung kann benutzt werden, um einer als vertrauenswürdig geltenden Gruppe von Benutzern Zugriff auf Verwaltungsfunktionen zu gewähren, ohne dass diese als Administratornutzer root ausgeführt werden müssen.

Die Vorgabe ist ‘"root"’.

libvirt-configuration-Parameter: Zeichenkette unix-sock-ro-perms

UNIX-Socket-Berechtigungen für den Socket nur mit Lesezugriff („read only“). Dies wird nur zur Überwachung des Zustands der VM benutzt.

Die Vorgabe ist ‘"0777"’.

libvirt-configuration-Parameter: Zeichenkette unix-sock-rw-perms

UNIX-Socket-Berechtigungen für den Socket mit Schreib- und Lesezugriff („read/write“). Nach Vorgabe kann nur der Administratornutzer root zugreifen. Wenn auf dem Socket PolicyKit aktiviert ist, wird die Vorgabe geändert, dass jeder zugreifen kann (z.B. zu 0777)

Die Vorgabe ist ‘"0770"’.

libvirt-configuration-Parameter: Zeichenkette unix-sock-admin-perms

UNIX-Socket-Berechtigungen für den Administrator-Socket. Nach Vorgabg hat nur der Besitzer (der Administratornutzer root) hierauf Zugriff; ändern Sie es nur, wenn Sie sicher wissen, wer dann alles Zugriff bekommt.

Die Vorgabe ist ‘"0777"’.

libvirt-configuration-Parameter: Zeichenkette unix-sock-dir

Das Verzeichnis, in dem Sockets gefunden werden können bzw. erstellt werden.

Die Vorgabe ist ‘"/var/run/libvirt"’.

libvirt-configuration-Parameter: Zeichenkette auth-unix-ro

Authentifizierungsschema für nur lesbare UNIX-Sockets. Nach Vorgabe gestatten es die Socket-Berechtigungen jedem Nutzer, sich zu verbinden.

Die Vorgabe ist ‘"polkit"’.

libvirt-configuration-Parameter: Zeichenkette auth-unix-rw

Authentifizierungsschema für UNIX-Sockets mit Schreib- und Lesezugriff. Nach Vorgabe erlauben die Socket-Berechtigungen nur dem Administratornutzer root Zugriff. Wenn libvirt mit Unterstützung für PolicyKit kompiliert wurde, ist die Vorgabe, Authentifizierung über „polkit“ durchzuführen.

Die Vorgabe ist ‘"polkit"’.

libvirt-configuration-Parameter: Zeichenkette auth-tcp

Authentifizierungsschema für TCP-Sockets. Wenn Sie SASL nicht aktivieren, dann wird alle TCP-Kommunikation im Klartext verschickt. Tun Sie dies nicht, außer Sie benutzen libvirt nur als Entwickler oder zum Testen.

Die Vorgabe ist ‘"sasl"’.

libvirt-configuration-Parameter: Zeichenkette auth-tls

Authentifizierungsschema für TLS-Sockets. Für TLS-Sockets wird bereits durch die TLS-Schicht Verschlüsselung bereitgestellt und eingeschränkte Authentifizierung wird über Zertifikate durchgeführt.

Es ist möglich, auch hier den SASL-Authentifizierungsmechanismus anzuwenden, indem Sie für diese Option „sasl“ eintragen.

Die Vorgabe ist ‘"none"’, d.h. keine zusätzliche Authentifizierung.

libvirt-configuration-Parameter: Optional-nichtleere-Liste access-drivers

Welche Schemata zur Zugriffskontrolle auf Programmierschnittstellen (APIs) benutzt werden.

Nach Vorgabe kann ein authentifizierter Nutzer auf alle Programmierschnittstellen zugreifen. Zugriffstreiber können dies einschränken.

Die Vorgabe ist ‘()’.

libvirt-configuration-Parameter: Zeichenkette key-file

Pfad zur Schlüsseldatei für den Server. Wenn er auf eine leere Zeichenkette gesetzt ist, dann wird kein privater Schlüssel geladen.

Die Vorgabe ist ‘""’.

libvirt-configuration-Parameter: Zeichenkette cert-file

Pfad zur Zertifikatsdatei für den Server. Wenn er auf eine leere Zeichenkette gesetzt ist, dann wird kein Zertifikat geladen.

Die Vorgabe ist ‘""’.

libvirt-configuration-Parameter: Zeichenkette ca-file

Pfad zur Datei mit dem Zertifikat der Zertifikatsautorität. Wenn er auf eine leere Zeichenkette gesetzt ist, dann wird kein Zertifikat der Zertifikatsautorität geladen.

Die Vorgabe ist ‘""’.

libvirt-configuration-Parameter: Zeichenkette crl-file

Pfad zur Zertifikatssperrliste („Certificate Revocation List“). Wenn er auf eine leere Zeichenkette gesetzt ist, dann wird keine Zertifikatssperrliste geladen.

Die Vorgabe ist ‘""’.

libvirt-configuration-Parameter: Boolescher-Ausdruck tls-no-sanity-cert

Keine Überprüfung unseres eigenen Serverzertifikats durchführen.

Beim Start vom libvirtd prüft dieser, ob bei seinem eigenen Zertifikat alles in Ordnung ist.

Vorgegeben ist ‘#f’.

libvirt-configuration-Parameter: Boolescher-Ausdruck tls-no-verify-cert

Keine Überprüfung von Clientzertifikaten durchführen.

Die Überprüfung des Zertifikats eines Clients ist der primäre Authentifizierungsmechanismus. Jeder Client, der kein von der Zertifikatsautorität signiertes Zertifikat vorweist, wird abgelehnt.

Vorgegeben ist ‘#f’.

libvirt-configuration-Parameter: Optional-nichtleere-Liste tls-allowed-dn-list

Liste der erlaubten Einträge für den „Distinguished Name“ bei x509.

Die Vorgabe ist ‘()’.

libvirt-configuration-Parameter: Optional-nichtleere-Liste sasl-allowed-usernames

Liste der erlaubten Einträge für SASL-Benutzernamen. Wie Benutzernamen aussehen müssen, ist abhängig vom jeweiligen SASL-Mechanismus.

Die Vorgabe ist ‘()’.

libvirt-configuration-Parameter: Zeichenkette tls-priority

Dies wird vorrangig statt der beim Kompilieren voreingestellten TLS-Prioritätszeichenkette verwendet. Die Voreinstellung ist in der Regel "NORMAL", solange dies nicht bei der Erstellung geändert wurde. Ändern Sie dies nur, wenn die Einstellungen für libvirt von den globalen Voreinstellungen abweichen sollen.

Die Vorgabe ‘"NORMAL"’.

libvirt-configuration-Parameter: Ganze-Zahl max-clients

Maximalzahl gleichzeitiger Client-Verbindungen, die für alle Sockets zusammen zugelassen werden sollen.

Die Vorgabe ist ‘5000’.

libvirt-configuration-Parameter: Ganze-Zahl max-queued-clients

Maximale Länge der Warteschlange für Verbindungen, die darauf warten, vom Daemon angenommen zu werden. Beachten Sie, dass sich manche Protokolle, die Neuübertragung unterstützen, danach richten könnten, damit ein erneuter Verbindungsversuch angenommen wird.

Die Vorgabe ist ‘1000’.

libvirt-configuration-Parameter: Ganze-Zahl max-anonymous-clients

Maximale Länge der Warteschlange für Clients, die angenommen wurden, aber noch nicht authentifiziert wurden. Setzen Sie dies auf null, um diese Funktionalität abzuschalten.

Die Vorgabe ist ‘20’.

libvirt-configuration-Parameter: Ganze-Zahl min-workers

Anzahl an Arbeiter-Threads, die am Anfang gestartet werden sollen.

Die Vorgabe ist ‘5’.

libvirt-configuration-Parameter: Ganze-Zahl max-workers

Maximale Anzahl an Arbeiter-Threads.

Wenn die Anzahl aktiver Clients die min-workers übersteigt, werden weitere Threads erzeugt, bis die max_workers-Beschränkung erreicht wurde. Typischerweise würden Sie für max_workers die maximale Anzahl zugelassener Clients angeben.

Die Vorgabe ist ‘20’.

libvirt-configuration-Parameter: Ganze-Zahl prio-workers

Die Anzahl priorisierter Arbeiter-Threads. Wenn alle Arbeiter aus diesem Pool festhängen, können manche, mit hoher Priorität versehene Aufrufe (speziell domainDestroy) in diesem Pool hier ausgeführt werden.

Die Vorgabe ist ‘5’.

libvirt-configuration-Parameter: Ganze-Zahl max-requests

Wieviele nebenläufige RPC-Aufrufe global ausgeführt werden können.

Die Vorgabe ist ‘20’.

libvirt-configuration-Parameter: Ganze-Zahl max-client-requests

Wieviele nebenläufige Anfragen von einer einzelnen Client-Verbindung ausgehen können. Um zu verhindern, dass ein einzelner Client den gesamten Server für sich beansprucht, sollte der Wert hier nur einen kleinen Teil der globalen max_requests- und max_workers-Parameter ausmachen.

Die Vorgabe ist ‘5’.

libvirt-configuration-Parameter: Ganze-Zahl admin-min-workers

Wie bei min-workers, aber für die Administratorschnittstelle.

Die Vorgabe ist ‘1’.

libvirt-configuration-Parameter: Ganze-Zahl admin-max-workers

Wie bei max-workers, aber für die Administratorschnittstelle.

Die Vorgabe ist ‘5’.

libvirt-configuration-Parameter: Ganze-Zahl admin-max-clients

Wie bei max-clients, aber für die Administratorschnittstelle.

Die Vorgabe ist ‘5’.

libvirt-configuration-Parameter: Ganze-Zahl admin-max-queued-clients

Wie bei max-queued-clients, aber für die Administratorschnittstelle.

Die Vorgabe ist ‘5’.

libvirt-configuration-Parameter: Ganze-Zahl admin-max-client-requests

Wie bei max-client-requests, aber für die Administratorschnittstelle.

Die Vorgabe ist ‘5’.

libvirt-configuration-Parameter: Ganze-Zahl log-level

Protokollstufe. 4 für Fehler, 3 für Warnungen, 2 für Informationen, 1 zur Fehlersuche.

Die Vorgabe ist ‘3’.

libvirt-configuration-Parameter: Zeichenkette log-filters

Protokollfilter.

Ein Filter ermöglicht es, für eine bestimmte Kategorie von Protokollen eine andere Protokollierungsstufe festzulegen. Filter müssen eines der folgenden Formate haben:

wobei Name eine Zeichenkette ist, die zu einer in der Umgebungsvariablen VIR_LOG_INIT() am Anfang jeder Quelldatei von libvirt angegebenen Kategorie passen muss, z.B. „remote“, „qemu“ oder „util.json“ (der Name im Filter kann auch nur ein Teil des vollständigen Kategoriennamens sein, wodurch mehrere, ähnliche passende Kategoriennamen möglich sind). Das optionale Präfix „+“ bedeutet, dass libvirt eine Rückverfolgung (d.h. ein „Stack Trace“) für jede zum Namen passende Nachricht ins Protokoll schreiben soll. x benennt jeweils die kleinste Stufe, deren passende Nachrichten protokolliert werden sollen.

Mehrere Filter können in einer einzelnen Filteranweisung definiert werden; sie müssen nur durch Leerzeichen voneinander getrennt werden.

Die Vorgabe ist ‘"3:remote 4:event"’.

libvirt-configuration-Parameter: Zeichenkette log-outputs

Ausgaben für die Protokollierung.

Eine Ausgabe ist einer der Orte, wohin Informationen aus der Protokollierung gespeichert werden. Eine Ausgabe kann auf eine der folgenden Arten angegeben werden:

x:stderr

Protokolle werden auf der Standardausgabe („Stderr“) ausgegeben.

x:syslog:Name

Syslog wird zur Ausgabe benutzt. Der Name dient dabei als Identifikator für libvirt-Protokolle.

x:file:Dateipfad

Protokolle werden in die Datei unter dem angegebenen Dateipfad ausgegeben.

x:journald

Die Ausgabe läuft über das journald-Protokollsystem.

In allen Fällen steht das x vorne für die kleinste Stufe und wirkt als Filter.

Mehrere Ausgaben können definiert werden, dazu müssen sie nur durch Leerzeichen getrennt hier angegeben werden.

Die Vorgabe ist ‘"3:stderr"’.

libvirt-configuration-Parameter: Ganze-Zahl audit-level

Ermöglicht Anpassungen am Auditierungs-Subsystem.

Die Vorgabe ist ‘1’.

libvirt-configuration-Parameter: Boolescher-Ausdruck audit-logging

Audit-Nachrichten über die Protokollinfrastruktur von libvirt versenden.

Vorgegeben ist ‘#f’.

libvirt-configuration-Parameter: Optional-nichtleere-Zeichenkette host-uuid

Für das Wirtssystem zu verwendende UUID. Bei der UUID dürfen nicht alle Ziffern gleich sein.

Die Vorgabe ist ‘""’.

libvirt-configuration-Parameter: Zeichenkette host-uuid-source

Die Quelle, von der die UUID des Wirtssystems genommen wird.

Falls dmidecode keine gültige UUID liefert, wird eine temporäre UUID generiert.

Die Vorgabe ist ‘"smbios"’.

libvirt-configuration-Parameter: Ganze-Zahl keepalive-interval

Einem Client wird eine Nachricht zum Aufrechterhalten der Verbindung gesendet, nachdem keepalive_interval Sekunden lang keine Aktivität stattgefunden hat. Damit kann überprüft werden, ob der Client noch antwortet. Wird dieses Feld auf -1 gesetzt, wird libvirtd niemals Aufrechterhaltungsanfragen senden; Clients können diese aber weiterhin dem Daemon schicken und er wird auf diese antworten.

Die Vorgabe ist ‘5’.

libvirt-configuration-Parameter: Ganze-Zahl keepalive-count

Wieviele Aufrechterhaltungsnachrichten höchstens zum Client geschickt werden dürfen, ohne dass eine Antwort zurückgekommen ist, bevor die Verbindung als abgebrochen gilt.

Mit anderen Worten wird die Verbindung ungefähr dann automatisch geschlossen, wenn keepalive_interval * (keepalive_count + 1) Sekunden seit der letzten vom Client empfangenen Nachricht vergangen sind. Wenn keepalive-count auf 0 gesetzt wurde, werden Verbindungen dann automatisch geschlossen, wenn keepalive-interval Sekunden der Inaktivität vorausgegangen sind, ohne dass eine Aufrechterhaltungsnachricht versandt wurde.

Die Vorgabe ist ‘5’.

libvirt-configuration-Parameter: Ganze-Zahl admin-keepalive-interval

Wie oben, aber für die Administratorschnittstelle.

Die Vorgabe ist ‘5’.

libvirt-configuration-Parameter: Ganze-Zahl admin-keepalive-count

Wie oben, aber für die Administratorschnittstelle.

Die Vorgabe ist ‘5’.

libvirt-configuration-Parameter: Ganze-Zahl ovs-timeout

Zeitbeschränkung für Aufrufe über Open vSwitch.

Das Werkzeug ovs-vsctl wird zur Konfiguration benutzt; die dort eingestellte Zeitbeschränkung ist nach Voreinstellung auf 5 Sekunden festgelegt, um zu verhindern, dass libvirt durch unbegrenztes Warten blockiert werden kann.

Die Vorgabe ist ‘5’.

Virtlog-Daemon

Der virtlogd-Dienst ist eine serverseitige Daemon-Komponente von libvirt, die benutzt wird, um Protokolle der Konsolen von virtuellen Maschinen zu verwalten.

Dieser Daemon wird von libvirt-Clientanwendungen nicht direkt benutzt, sondern wird an deren Stelle vom libvirtd aufgerufen. Indem die Protokolle in einem eigenständigen Daemon vorgehalten werden, kann der eigentliche libvirtd-Daemon neu gestartet werden, ohne dass man riskiert, Protokolle zu verlieren. Der virtlogd-Daemon hat die Fähigkeit, sich selbst erneut mit exec() zu starten, wenn er SIGUSR1 empfängt, damit Aktualisierungen ohne Ausfall möglich sind.

Scheme-Variable: virtlog-service-type

Dies ist der Diensttyp des virtlog-Daemons. Sein Wert muss eine virtlog-configuration sein.

(service virtlog-service-type
         (virtlog-configuration
          (max-clients 1000)))
virtlog-configuration-Parameter: Ganze-Zahl log-level

Protokollstufe. 4 für Fehler, 3 für Warnungen, 2 für Informationen, 1 zur Fehlersuche.

Die Vorgabe ist ‘3’.

virtlog-configuration-Parameter: Zeichenkette log-filters

Protokollfilter.

Ein Filter ermöglicht es, für eine bestimmte Kategorie von Protokollen eine andere Protokollierungsstufe festzulegen. Filter müssen eines der folgenden Formate haben:

wobei Name eine Zeichenkette ist, die zu einer in der Umgebungsvariablen VIR_LOG_INIT() am Anfang jeder Quelldatei von libvirt angegebenen Kategorie passen muss, z.B. „remote“, „qemu“ oder „util.json“ (der Name im Filter kann auch nur ein Teil des vollständigen Kategoriennamens sein, wodurch mehrere, ähnliche passende Kategoriennamen möglich sind). Das optionale Präfix „+“ bedeutet, dass libvirt eine Rückverfolgung (d.h. ein „Stack Trace“) für jede zum Namen passende Nachricht ins Protokoll schreiben soll. x benennt jeweils die kleinste Stufe, deren passende Nachrichten protokolliert werden sollen.

Mehrere Filter können in einer einzelnen Filteranweisung definiert werden; sie müssen nur durch Leerzeichen voneinander getrennt werden.

Die Vorgabe ist ‘"3:remote 4:event"’.

virtlog-configuration-Parameter: Zeichenkette log-outputs

Ausgaben für die Protokollierung.

Als Ausgabe bezeichnen wir einen der Orte, an denen Protokollinformationen gespeichert werden. Eine Ausgabe wird auf eine der folgenden Arten angegeben:

x:stderr

Protokolle werden auf der Standardausgabe („Stderr“) ausgegeben.

x:syslog:Name

Syslog wird zur Ausgabe benutzt. Der Name dient dabei als Identifikator für libvirt-Protokolle.

x:file:Dateipfad

Protokolle werden in die Datei unter dem angegebenen Dateipfad ausgegeben.

x:journald

Die Ausgabe läuft über das journald-Protokollsystem.

In allen Fällen steht das x vorne für die kleinste Stufe und wirkt als Filter.

Mehrere Ausgaben können definiert werden, dazu müssen sie nur durch Leerzeichen getrennt hier angegeben werden.

Die Vorgabe ist ‘"3:stderr"’.

virtlog-configuration-Parameter: Ganze-Zahl max-clients

Maximalzahl gleichzeitiger Client-Verbindungen, die für alle Sockets zusammen zugelassen werden sollen.

Die Vorgabe ist ‘1024’.

virtlog-configuration-Parameter: Ganze-Zahl max-size

Wie groß eine Protokolldatei werden darf, bevor eine neue begonnen wird.

Die Vorgabe ist ‘2MB’.

virtlog-configuration-Parameter: Ganze-Zahl max-backups

Wieviele Dateien mit Sicherungskopien gespeichert bleiben sollen.

Die Vorgabe ist ‘3’.

Transparente Emulation mit QEMU

Mit qemu-binfmt-service-type wird transparente Emulation von Programm-Binärdateien, die für unterschiedliche Architekturen erstellt wurden, ermöglicht. Z.B. können Sie ein ARMv7-Programm „einfach so“ transparent auf einer x86_64-Maschine ausführen. Dazu wird der QEMU-Emulator mit der binfmt_misc-Funktionalität des Kernels Linux kombiniert.

Scheme-Variable: qemu-binfmt-service-type

Dies ist der Diensttyp des QEMU/binfmt-Dienstes für transparente Emulation. Sein Wert muss ein qemu-binfmt-configuration-Objekt sein, das das QEMU-Paket angibt, das benutzt werden soll, sowie die Architektur, die wir emulieren möchten.

In diesem Beispiel aktivieren wir transparente Emulation für die Plattformen ARM und aarch64. Wenn wir herd stop qemu-binfmt ausführen, wird diese abgeschaltet, und mit herd start qemu-binfmt wird sie wieder aktiv (siehe the herd command in The GNU Shepherd Manual).

Datentyp: qemu-binfmt-configuration

Dies ist die Konfiguration des qemu-binfmt-Dienstes.

platforms (Vorgabe: '())

Die Liste der emulierten QEMU-Plattformen. Jeder Eintrag muss ein Plattformobjekt sein, wie lookup-qemu-platforms eines zurückliefert (siehe unten).

guix-support? (Vorgabe: #f)

Wenn es auf wahr gesetzt ist, werden QEMU und all seine Abhängigkeiten zur Erstellungsumgebung des guix-daemon hinzugefügt (siehe --chroot-directory-Option). Dadurch können die binfmt_misc-Handler innerhalb der Erstellungsumgebung benutzt werden, wodurch Sie Programme transparent für eine andere Architektur erstellen können.

Wenn wir zum Beispiel annehmen, Sie arbeiten auf einer x86_64-Maschine und haben diesen Dienst eingerichtet:

Dann können Sie das hier ausführen:

guix build -s armhf-linux inkscape

und alles verhält sich so, als würden Sie Inkscape für ARMv7 wie „nativ“ auf einem ARM-Rechner erstellen, wozu QEMU transparent benutzt wird, um den ARMv7-Prozessor zu emulieren. Das ist ganz schön praktisch, wenn Sie testen wollen, ob ein Paket für eine Architektur erstellt werden kann, die Ihnen nicht zur Verfügung steht.

qemu (Vorgabe: qemu)

Das QEMU-Paket, das benutzt werden soll.

Scheme-Prozedur: lookup-qemu-platforms Plattformen

Liefert die Liste der QEMU-Plattformobjekte, die den Plattformen… entsprechen. Plattformen muss eine Liste von Zeichenketten sein, die den Namen der Plattformen entsprechen, wie z.B. "arm", "sparc", "mips64el" und so weiter.

Scheme-Prozedur: qemu-platform? Objekt

Liefert wahr, wenn das Objekt ein Plattformobjekt ist.

Scheme-Prozedur: qemu-platform-name Plattform

Liefert den Namen der Plattform, also eine Zeichenkette wie z.B. "arm".


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