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14.6 Einreichen von Patches

Die Entwicklung wird mit Hilfe des verteilten Versionskontrollsystems Git durchgeführt. Daher ist eine ständige Verbindung zum Repository nicht unbedingt erforderlich. Wir begrüßen Beiträge in Form von Patches, die mittels git format-patch erstellt und an die Mailingliste guix-patches@gnu.org geschickt werden. Erfahrene Guix-Entwickler möchten vielleicht auch einen Blick auf den Abschnitt über Commit-Zugriff werfen (siehe Commit-Zugriff).

Diese Mailing-Liste setzt auf einer Debbugs-Instanz auf, wodurch wir den Überblick über Eingereichtes behalten können (siehe Überblick über gemeldete Fehler und Patches). Jede an diese Mailing-Liste gesendete Nachricht bekommt eine neue Folgenummer zugewiesen, so dass man eine Folge-E-Mail zur Einreichung an NNN@debbugs.gnu.org senden kann, wobei NNN für die Folgenummer steht (siehe Senden einer Patch-Reihe).

Bitte schreiben Sie Commit-Logs im ChangeLog-Format (siehe Change Logs in GNU Coding Standards); dazu finden Sie Beispiele unter den bisherigen Commits.

Bevor Sie einen Patch einreichen, der eine Paketdefinition hinzufügt oder verändert, gehen Sie bitte diese Prüfliste durch:

  1. Wenn die Autoren der verpackten Software eine kryptografische Signatur bzw. Beglaubigung für den Tarball der Veröffentlichung anbieten, so machen Sie sich bitte die Mühe, die Echtheit des Archivs zu überprüfen. Für eine abgetrennte GPG-Signaturdatei würden Sie das mit dem Befehl gpg --verify tun.
  2. Nehmen Sie sich die Zeit, eine passende Zusammenfassung und Beschreibung für das Paket zu verfassen. Unter Zusammenfassungen und Beschreibungen finden Sie dazu einige Richtlinien.
  3. Verwenden Sie guix lint Paket, wobei Paket das neue oder geänderte Paket bezeichnet, und beheben Sie alle gemeldeten Fehler (siehe Aufruf von guix lint).
  4. Stellen Sie sicher, dass das Paket auf Ihrer Plattform erstellt werden kann, indem Sie guix build Paket ausführen.
  5. Wir empfehlen, dass Sie auch versuchen, das Paket auf anderen unterstützten Plattformen zu erstellen. Da Sie vielleicht keinen Zugang zu echter Hardware für diese Plattformen haben, empfehlen wir, den qemu-binfmt-service-type zu benutzen, um sie zu emulieren. Um ihn zu aktivieren, fügen Sie den folgenden Dienst in die Liste der Dienste („services“) in Ihrer operating-system-Konfiguration ein:
    (service qemu-binfmt-service-type
     (qemu-binfmt-configuration
       (platforms (lookup-qemu-platforms "arm" "aarch64" "mips64el"))
       (guix-support? #t)))
    

    Rekonfigurieren Sie anschließend Ihr System.

    Sie können Pakete für andere Plattformen erstellen lassen, indem Sie die Befehlszeilenoption --system angeben. Um zum Beispiel das Paket „hello“ für die Architekturen armhf, aarch64 oder mips64 erstellen zu lassen, würden Sie jeweils die folgenden Befehle angeben:

    guix build --system=armhf-linux --rounds=2 hello
    guix build --system=aarch64-linux --rounds=2 hello
    guix build --system=mips64el-linux --rounds=2 hello
    
  6. Achten Sie darauf, dass im Paket keine Software gebündelt mitgeliefert wird, die bereits in separaten Paketen zur Verfügung steht.

    Manchmal enthalten Pakete Kopien des Quellcodes ihrer Abhängigkeiten, um Nutzern die Installation zu erleichtern. Als eine Distribution wollen wir jedoch sicherstellen, dass solche Pakete die schon in der Distribution verfügbare Fassung benutzen, sofern es eine gibt. Dadurch wird sowohl der Ressourcenverbrauch optimiert (die Abhängigkeit wird so nur einmal erstellt und gespeichert) als auch der Distribution die Möglichkeit gegeben, ergänzende Änderungen durchzuführen, um beispielsweise Sicherheitsaktualisierungen für ein bestimmtes Paket an nur einem Ort einzuspielen, die aber das gesamte System betreffen — gebündelt mitgelieferte Kopien würden dies verhindern.

  7. Schauen Sie sich das von guix size ausgegebene Profil an (siehe Aufruf von guix size). Dadurch können Sie Referenzen auf andere Pakete finden, die ungewollt vorhanden sind. Dies kann auch dabei helfen, zu entscheiden, ob das Paket aufgespalten werden sollte (siehe Pakete mit mehreren Ausgaben.) und welche optionalen Abhängigkeiten verwendet werden sollten. Dabei sollten Sie es wegen seiner enormen Größe insbesondere vermeiden, texlive als eine Abhängigkeit hinzuzufügen; benutzen Sie stattdessen texlive-tiny oder texlive-union.
  8. Achten Sie bei wichtigen Änderungen darauf, dass abhängige Pakete (falls vorhanden) nicht von der Änderung beeinträchtigt werden; guix refresh --list-dependent Paket hilft Ihnen dabei (siehe Aufruf von guix refresh).

    Je nachdem, wieviele abhängige Pakete es gibt, und entsprechend wieviele Neuerstellungen dadurch nötig würden, finden Commits auf anderen Branches statt, nach ungefähr diesen Regeln:

    300 abhängige Pakete oder weniger

    master-Branch (störfreie Änderungen).

    zwischen 300 und 1200 abhängige Pakete

    staging-Branch (störfreie Änderungen). Dieser Branch wird circa alle 3 Wochen mit master zusammengeführt. Themenbezogene Änderungen (z.B. eine Aktualisierung der GNOME-Plattform) können stattdessen auch auf einem eigenen Branch umgesetzt werden (wie gnome-updates).

    mehr als 1200 abhängige Pakete

    core-updates-Branch (kann auch größere und womöglich andere Software beeinträchtigende Änderungen umfassen). Dieser Branch wird planmäßig in master alle 2,5 Monate oder so gemerget.

    All diese Branches werden kontinuierlich auf unserer Erstellungsfarm erstellt und in master gemerget, sobald alles erfolgreich erstellt worden ist. Dadurch können wir Probleme beheben, bevor sie bei Nutzern auftreten, und zudem das Zeitfenster, während dessen noch keine vorerstellten Binärdateien verfügbar sind, verkürzen.

    Im Allgemeinen werden Branches außer master als unveränderlich angesehen, wenn sie kürzlich ausgewertet wurden oder ein entsprechender -next-Branch existiert. Bitte fragen Sie auf der Mailing-Liste oder IRC, wenn Sie sich nicht sicher sind, wo ein Patch eingespielt werden sollte.

  9. Überprüfen Sie, ob der Erstellungsprozess deterministisch ist. Dazu prüfen Sie typischerweise, ob eine unabhängige Erstellung des Pakets genau dasselbe Ergebnis wie Ihre Erstellung hat, Bit für Bit.

    Dies können Sie leicht tun, indem Sie dasselbe Paket mehrere Male hintereinander auf Ihrer Maschine erstellen (siehe Aufruf von guix build):

    guix build --rounds=2 mein-paket
    

    Dies reicht aus, um eine ganze Klasse häufiger Ursachen von Nichtdeterminismus zu finden, wie zum Beispiel Zeitstempel oder zufallsgenerierte Ausgaben im Ergebnis der Erstellung.

    Eine weitere Möglichkeit ist, guix challenge (siehe Aufruf von guix challenge) zu benutzen. Sie können es ausführen, sobald ein Paket commitet und von ci.guix.gnu.org erstellt wurde, um zu sehen, ob dort dasselbe Ergebnis wie bei Ihnen geliefert wurde. Noch besser: Finden Sie eine andere Maschine, die das Paket erstellen kann, und führen Sie guix publish aus. Da sich die entfernte Erstellungsmaschine wahrscheinlich von Ihrer unterscheidet, können Sie auf diese Weise Probleme durch Nichtdeterminismus erkennen, die mit der Hardware zu tun haben — zum Beispiel die Nutzung anderer Befehlssatzerweiterungen — oder mit dem Betriebssystem-Kernel — zum Beispiel, indem uname oder /proc-Dateien verwendet werden.

  10. Beim Schreiben von Dokumentation achten Sie bitte auf eine geschlechtsneutrale Wortwahl, wenn Sie sich auf Personen beziehen, wie „they“, „their“, „them“ im Singular und so weiter.
  11. Stellen Sie sicher, dass Ihr Patch nur einen Satz zusammengehöriger Änderungen umfasst. Das Zusammenfassen nicht zusammengehöriger Änderungen erschwert und bremst das Durchsehen Ihres Patches.

    Beispiele für nicht zusammengehörige Änderungen sind das Hinzufügen mehrerer Pakete auf einmal, oder das Aktualisieren eines Pakets auf eine neue Version zusammen mit Fehlerbehebungen für das Paket.

  12. Bitte befolgen Sie unsere Richtlinien für die Code-Formatierung, womöglich wollen Sie dies automatisch tun lassen durch das Skript etc/indent-code.el (siehe Formatierung von Code).
  13. Benutzen Sie, wenn möglich, Spiegelserver (Mirrors) in der Quell-URL (siehe Aufruf von guix download). Verwenden Sie verlässliche URLs, keine automatisch generierten. Zum Beispiel sind Archive von GitHub nicht immer identisch von einer Generation auf die nächste, daher ist es in diesem Fall besser, als Quelle einen Klon des Repositorys zu verwenden. Benutzen Sie nicht das name-Feld beim Angeben der URL; er hilft nicht wirklich und wenn sich der Name ändert, stimmt die URL nicht mehr.
  14. Überprüfen Sie, ob Guix erstellt werden kann (siehe Erstellung aus dem Git) und kümmern Sie sich um die Warnungen, besonders um solche über nicht definierte Symbole.
  15. Stellen Sie sicher, dass Ihre Änderungen Guix nicht beeinträchtigen, und simulieren Sie eine Ausführung von guix pull über den Befehl:
    guix pull --url=/pfad/zu/ihrem/checkout --profile=/tmp/guix.master
    

Bitte benutzen Sie ‘[PATCH] …’ als Betreff, wenn Sie einen Patch an die Mailing-Liste schicken. Sie können dazu Ihr E-Mail-Programm oder den Befehl git send-email benutzen (siehe Senden einer Patch-Reihe). Wir bevorzugen es, Patches als reine Textnachrichten zu erhalten, entweder eingebettet (inline) oder als MIME-Anhänge. Sie sind dazu angehalten, zu überprüfen, ob Ihr Mail-Programm solche Dinge wie Zeilenumbrüche oder die Einrückung verändert, wodurch die Patches womöglich nicht mehr funktionieren.

Wenn dadurch ein Fehler behoben wurde, schließen Sie bitte den Thread, indem Sie eine E-Mail an NNN-done@debbugs.gnu.org senden.

Senden einer Patch-Reihe

Wenn Sie eine Patch-Reihe senden (z.B. mit git send-email), schicken Sie bitte als Erstes eine Nachricht an guix-patches@gnu.org und dann nachfolgende Patches an NNN@debbugs.gnu.org, um sicherzustellen, dass sie zusammen bearbeitet werden. Siehe die Debbugs-Dokumentation für weitere Informationen. Sie können git send-email mit dem Befehl guix install git:send-email installieren.


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